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Reaktion zur CDU-Listenaufstellung: GRÜNE mit gemischten Gefühlen

Die Listenaufstellung der Mannheimer CDU stößt bei den GRÜNEN auf gemischte Gefühle. „Es ist wirklich ein gutes Zeichen, dass auch die CDU nun mehr Frauen auf ihre Kommunalwahlliste aufgenommen hat“, freut sich Sprecher Nils Born. Beim noch immer hohen Durchschnittalter von 48 Jahren der CDU-Liste, vom Kreisverbandschef Löbel gar als „Generationenwechsel“ beschworen, sehen die GRÜNEN hingegen noch Verbesserungsbedarf. Auf der eigenen Liste sind sechs der ersten 20 Kandidat*innen unter 30 Jahre alt. Fast alle der jungen GRÜNEN, allen voran Spitzenkandidatin Melis Sekmen, bringen einschlägige Gremienerfahrung mit.

Außerdem zeigt sich der GRÜNE Kreisverband erfreut, dass auch die Mannheimer CDU Verkehr als wichtiges Zukunftsthema unserer Stadt identifiziert hat. „Wir würden uns freuen, in der kommenden Legislatur auch mal gemeinsam intelligente Verkehrspolitik zu machen. Da die bisherige Verkehrspolitik der CDU-Fraktion aber immer auf vier Räder und Verbrennungsmotoren begrenzt war, ist aber fraglich, ob wir darunter das Gleiche verstehen“, bleibt Stadtrat Gerhard Fontagnier skeptisch.

Seit vielen Jahren kämpfen die Mannheimer GRÜNEN für eine deutliche Stärkung des ÖPNV, Rad- und Fußverkehrs. In ihrem Mobilitätspapier weist die CDU hingegen Maßnahmen, die auf eine Reduktion des städtischen Autoverkehrs zielen, wie auch den Schutz von Klima und Atemluft, als „ideologisch“ zurück. „Wer es, wie die CDU, allen Recht machen will, macht es am Ende niemandem Recht“, resümiert Fontagnier. „Eine Stadt, die am Autoverkehr und an zugeparkten Gehwegen erstickt, hat keine Zukunft.“

Kritisch sehen die Mannheimer GRÜNEN auch die Nominierung des Generaldirektors der REM auf einen aussichtsreichen Listenplatz. „Dass Herr Wiezcorek, ein sehr gut verdienender, leitender Stadtangestellter, für die CDU im Wahlkampf als Stimmenzieher herhalten soll, hat allein schon einen schalen Beigeschmack“, findet Grünensprecherin Mareile große Beilage. „Dass er als Stadtangestellter das Mandat nach der Wahl gar nicht antreten darf, ist eine bewusste Täuschung der Wählerinnen und Wähler – passt aber zu den Taschenspielertricks des Kreisvorsitzenden Löbel, der schon mehrfach mit Aktionen im Grenzbereich des Anständigen aufgefallen ist.

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